Beata Vergine della Creta – Schutzpatronin der Motorradfahrer aus Italien

Wir kennen alle Momente wie zB: Puhhh – Glück gehabt! Zum diesjährigen Saisonstart möchte ich euch B.V. della Creta vorstellen, die vielleicht noch nicht alle kennen…

Auf jeden Fall stellten wir uns selbst die Frage: Wer ist eigentlich der Schutzpatron der Biker? In „unserer Gegend“ hört man dann zunächst einmal den Heiligen Christophorus, denn der ist ja der Schutzpatron der Reisenden und gilt für uns allumfassend für alles, was mit Reifen und Rädern unterwegs ist.

Wenn man dann allerdings bewusst danach sucht, findet man einen bei uns eher selten bekannten Namen: Beata Vergine della Creta – auch heilige Madonna von Kreta. Wir haben ein wenig recherchiert und die Dame umgibt eine spannende Geschichte:

Königin der Zentauren – B.V. della Creta – Patrona die Centauri – Protect me!

Zu verdanken ist es der beharrlichen und beständigen Verehrung der Italiener in Piemont / Alessandria. Denn diese haben bereits 1631 aus Dankbarkeit der Pest entkommen zu sein, der Heiligen Beata Vergine della Creta eine Kapelle in Castellazzo Bormida gewidmet und es ist eigentlich erst 72 Jahre her, dass die „Madonnina della Creta“ am 11. Februar 1947 von Papst Pius XII offiziell zur „Königin der Zentauren“ und somit zur Schutzherrin der Motorradfahrer ernannt wurde.

Seit 1946 findet jährlich am zweiten Sonntag im Juli ein Treffen von Motorradfahrern aus der ganzen Welt statt um an der Messe teilzunehmen. Zu diesem Ereignis werden die Tore der Kirche auch für die Motorräder geöffnet. In der Rotonda, einem um einen Pfeiler angelegten überkuppelten Rundbau im Kirchengebäude, an Seitenwänden und in der Sakristei der Kirche sind Votivtafeln, Motorradhelme und Motorräder ausgestellt, die von der Dankbarkeit der Spender an die „MadonninaBeata V. della Creta“, zeugen.

Die Geschichte der „Madonnina della Castellazzo“ wurde von mir aus verschiedensten Informationsquellen zusammen getragen. Für „Wissende“ bitte ich um Verständnis, dass ich einige Informationen unterschlagen habe 🙂

Das Heiligtum der „Beata Vergine della Creta“ (auch gerne als Beata Vergine der Dankbarkeit & Güte genannt) befindet sich am Ortseingang von Castellazzo Bormida in der Provinz Alessandria und ist mit dem Ereignis der Manzoni-Pest verbunden. Der fromme Giovanni Viola, vielleicht um den Schutz der Jungfrau zu fordern oder ihr dafür zu danken, dass er vor der Pest geflüchtet war, errichtete 1631 mit Hilfe anderer Gläubiger eine Landkirche. Die Kapelle war bereits verlassen und zerfallen und wurde 1764 ganz abgerissen. Für die Bewohner von Castellazzo blieb es jedoch ein heiliger Ort der laufend und fortwährend mit Votivgaben geehrt wurde. Bald wurde wieder ein Holzkreuz aufgestellt, danach ein Pfeiler mit dem Gemälde der „Madonna della Creta“, und auf fast mysteriöse Weise fand der Platz schnell eine besondere Verehrung des Volkes. Auch wenn das Bild der „Madonnina“ später wieder nach S. Carlo, dem ursprünglichen Aufbewahrungsort, zurückkehrte. Kurz darauf wurde eine kleine Kirche gebaut (1802-1848), die jedoch auch wieder abgerissen wurde. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das eigentliche Sanktuarium errichtet. Die Fertigstellung und Einweihung erfolgten im Jahre 1905, die Fassade und die Glockentürme gar erst im Jahre 1924.

In diversen Zeichnungen von Damals fand man neben der Madonna von Kreta mit dem Kind im Arm nie ein Wunder, immer nur Darstellungen von Momenten wie „Krank im Bett“, Arbeitsunfall und Kriegsszenen. Später waren es Karren mit Ochsen und Pferden in einem Szenario des Unfalls. Später wurden daraus Traktoren, dann Autos und schließlich Motorräder. Somit haben sich über Jahre immer mehr Bilder und Fotografien in der Kirche angesammelt, als Dank und/oder Schutzgesuch.

In diesem Zusammenhang wurde am 16. März 1933 der „Motorradverband der Castellazzese“ geboren. Insbesondere der Apotheker Dr. Marco Re hat die “Heilige Jungfrau von Kreta und der Gnaden” zu seiner Patronin ernannte und ein gespendetes Bild in sein eigenes Büro gestellt. Im Jahr 1934 wählte der „Moto Club von Castellazzo“ die „Madonnina“ zur himmlischen Schutzpatronin.

1943 schreibt Dr. Marco Re an einen Journalisten der Gazzetta del Popolo, dass deren heilige Stätte einen guten Ruf habe und es an der Zeit wäre der Madonna von Castellazzo endlich offiziell den Titel als Patronin der Motorradfahrer Italiens anzuerkennen. Die Autofahrer haben „S. Cristoforo“, der in der berühmten Kirche von Mailand verehrt wird, die Flieger haben die „Madonna di Loreto“, die Motorradfahrer die „Madonna di Castellazzo Bormida“ und kündigte auch an, dass es bald einen Tag im Jahr geben wird, an dem man seine Maschine segnen kann.

Die Antwort lässt für damalige Verhältnisse nicht lange auf sich warten und die Dinge nahmen ihren Lauf und man soll es nicht glauben, aber die Kirche mochte Biker wohl schon immer und vollbrachte das „Wunder“.

Anlässlich der ersten großen Motorradrallye von 1946, an der sich nicht nur italienische, sondern auch französische und schweizerische Motorradfahrer beteiligten, wurde die „Madonnina di Castellazzo“ bereits offiziell als “Königin der Zentauren” genannt.

Papst Pius XII nimmt den Antrag an und erklärt mit dem Apostolischen Brief vom 11. Februar 1947 die “Madonnina della Creta zur Schutzpatronin der Motorradfahrer”.

...und jetzt kommt sogar MOTO GUZZI in die Geschichte...

1949 wurde eine Votivlampe geschmiedet und in einem Lastwagen nach Rom gebracht, um dort das Licht erstmals am 7. Juli 1949 für die „Madonnina“ zu entzünden. Damals wurde der Lastwagen von 20 Moto Guzzi Arbeitern in blauem Overall auf der „Super Alce“ begleitet. Sie wurden alle von Papst Pius XII in der päpstlichen Wohnung empfangen, wo die Lampe erstmalig angezündet wurde. Nach der triumphalen Rückkehr, welche von vielen weiteren Motorradfahrern begleitet wurde, traf die Lampe im Heiligtum von Catellazzo Bormida ein, welcher vom damaligen Bischof feierlich empfangen wurde und viele Jahre brannte.

Symbolfoto einer Moto Guzzi Super Alce

Am 7. Juni 2009, nach über 60 Jahren, wurde die Lampe erneut aus dem Schrein geholt und eine Delegation von 13 Zentauren begab sich erneut auf den Weg nach Rom um die Lampe zu entzünden. Die Reise ging über 1400 km (hin + retour) und transportiert wurde die Lampe mit einer Moto Guzzi Ercole. 2 Tage später, dem 9. Juni, kam die Lampe in Rom an, wo sie von Freunden des Moto Guzzi Club  “Moto d’Epoca Roma“ und dem „Club Guzzi Club Roma“ erwartet wurden. Am 10. Juni nahmen die Zentauren zusammen mit dem Präsidenten des Moto Guzzi World Club, Maio Arosio, an der Generalaudienz mit Benedikt XVI teil, welcher die Lampe erneut zum Leuchten brachte. Am Samstagabend, dem 13. Juni 2009, kam die brennende Lampe zurück in das Heiligtum von Castellazzo Bormida um der Heiligen Jungfrau von Kreta zu huldigen.

Symbolfoto einer Moto Guzzi Ercole

Der „Moto Club Madonnina der Centauri Internazionali von Alessandria“ führt in enger Zusammenarbeit mit dem „Moto Club Castellazzo“ eine Tradition fort, die dank des ständigen Engagements ihrer Mitglieder eine einzigartige Veranstaltung dieser Art am Leben erhält. 

In diesem Sinne wünschen wir eine gute Fahrt für 2019, viele Kurven, jede Menge Spaß und eine gute Heimreise. Wir planen die Castellazzo Bormida mal für eine Tour ein und schauen, ob wir bei dem brummenden Spektakel vom 12.-14. Juli 2019 in diesem Jahr dabei sind. Save the date!

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Beata Vergine della Creta – Schutzpatronin der Motorradfahrer aus Italien
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